
Bei unserer Veranstaltung im Juni beschäftigte sich der österreichische Wissenschaftler, Harvard-Professor und Gründer der Virenschutz-Firma Ikarus Dr. Viktor Mayer-Schönberger in seinem amüsanten und interessanten Vortrag mit dem „Digitalen Vergessen". Dr. Mayer-Schönberger zeigte die Auswirkungen auf die (Online)wirtschaft und unsere Gesellschaft sowie Schutzmöglichkeiten vor dem digitalen Gedächtnis.
Das Internet vergisst nichts - keine Suchanfrage, keine Online-Bestellung und keine Twitter-Nachricht. Noch in Jahrzehnten wird uns vorgehalten werden, was wir heute online kommuniziert haben.
Welche Konsequenzen hat dies für uns, die Onlinewirtschaft und unsere Gesellschaft?

erinnern.vergessen
Speichern wir zuviel - und vergessen wir dabei, uns auf die wichtigen und wertvollen Informationen zu konzentrieren?
Können vielleicht gerade Informationsverarbeiter durch bewusstes Vergessen digitaler Informationen sogar gewinnen?
Können wir uns vor diesem ewigen digitalen Gedächtnis, dass nicht vergisst und nie vergibt, schützen - und wenn ja, wie?
Bei unserer Informatik Talk Veranstaltung entwickelte Dr. Viktor Mayer-Schönberger Antworten auf diese Fragen. Wir werden in naher Zukunft mit einem permanenten digitalen Gedächtnis leben müssen. Wenn wir nichts mehr vergessen dürfen, leiden darunter aber unsere Fähigkeiten zur Verallgemeinerung und unserer Kreativität. Allzu leicht bleiben wir in Details der Vergangenheit verstrickt.
Das Digitale Zeitalter bietet uns viele Annehmlichkeiten und Erleichterung im beruflichen wie im privaten Alltag. Dr. Viktor Mayer-Schönberger empfiehlt jedoch auf die Datenschutzrechte der einzelnen Person und auf die Gesetze zum Datenschutz zu achten. Und vor allem: wir können mit ruhigem Gewissen so manche Information vergessen.
Dr. Viktor Mayer-Schönberger
ist Professor und Direktor des Information + Innovation Policy Research Centres an der National University of Singapore. Davor war er ein Jahrzehnt Professor an der John F. Kennedy School of Government / Harvard University.
In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit den politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Dimensionen moderner Informations- und Kommunikationsnetze.
Er studierte in Salzburg, Harvard und an der London School of Economics, und ist an der Universität Graz habilitiert. Nach mehrfachen Erfolgen bei nationalen und internationalen Physik- und Programmierwettbewerben 1986 gründete er Ikarus Software und schuf die Virus Utilities, das damals meistverkaufte österreichische
Softwareprodukt. 1991 wurde er unter die besten fünf Software-Entrepreneure Österreichs gewählt und 2000 zum Mann des Jahres in Salzburg.